Kensuke Koike – The world we live in is full of wonders

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>>>German>>>

Kensuke Koike – Kleine Wunderwelten

Ein Bild will mir gar nicht mehr aus dem Kopf gehen, seit einigen Tagen nun schon. Es ist das Bild eines kleinen grünlichen Fisches, von menschlichen Fingern sorgsam nach unten gehalten, dessen Verlängerung oder der somit vordere Teil aus einem graziösen, nackten und für uns als Rücken wahrzunehmenden Frauenoberkörper besteht, wobei die schlanken Arme über dem Kopfe die langen, sich gleichsamt wie sanft im Wasser zu bewegenden Haare zu berühren scheinen. Diese vor dem hellen Hintergrund beinahe wie transparent wirkende Fischdame scheint gerade in einen mit Flüssigem gefüllten Behälter einzutauchen, jedenfalls spricht sehr vieles für eine solchen Tatbestand: Die beiden wunderschön aufeinander abgestimmten kühlen Bläulichgrüntöne der Bildflächen unterscheiden sich leicht, die obere in kräftigerem Ton erscheint ganz einfach wie ein Hintergrund, die untere, ein wenig milchig-heller im Ton wirkt, auch der Logik nach – es gibt eine schmale, weiße und horizontale Trennungslinie zwischen beiden Bildhälften – wie eine Wasserquelle, ein Aquarium vielleicht, in welches das Fischlein wieder zurückkehren darf, bzw., wenn man den Vorgang andersherum betrachten möchte, aus welchem es unter Umständen auch gerade erst “herausgefischt” wird.Sei es klar, es handelt sich um ein von einem Künstler geschaffenes Bild, zu dessen Vollendung aber wieder einmal unsere eigene Phantasie einen gehörigen Teil beiträgt – beitragen kann und möchte,Es ist ein faszinierendes Bild – merkwürdig, verblüffend, witzig, gefällig bis leicht beunruhigend, und wir haben es hier gewissermaßen mit einem kleinen “nichtalltäglichen” Wunder zu tun, oder auch mit einen Traum, vielleicht sogar mit dem nicht ganz unerotischen Traum von der kleinen Nixe in unserer Hand sprich in unserer Macht. Und wir meinen dieses merkwürdige Gefühl zwischen den Fingern selber zu verspüren, so ein kleines zartes und lebendiges, wahrscheinlich auch ein wenig glitschiges, da wahrscheinlich feuchtes Dinglein zwischen den Fingern zu halten und es uns nicht entkommen lassen zu wollen, Wir müssen sogar extem vorsichtig sein, es nicht gar zu zerdrücken, so zart und doch auch agil erscheint uns dieses Wesen auf dem Bild vor unseren erstaunten Augen.
Ich möchte hier an dieser Stelle einmal kurz die wie meistens so klugen Worte Marcel Duchamps zitieren. Sie stammen aus dessen Vortrag “Der kreative Akt” von 1957: “Allem Anschein nach handelt der Künstler wie ein mediumistisches Wesen, das aus dem Labyrinth jenseits von Zeit und Raum seinen Weg zu einer Lichtung sucht. (…) Ich weiß, daß diese Ansicht die Zustimmung mancher Künstler nicht erhalten wird, die diese mediumistische Rolle zurückweisen und auf der Gültigkeit ihres vollen Bewußtseins beim kreativen Akt beharren (…).”
Denn Duchamp fokussiert hier die Frage, was aus einem durchaus auch “mediumistisch geborenen” Kunstwerk im Rohzustand durch den Kontakt mit dem Betrachter entsteht. Nun, wenn jemand wie Duchamp, der Meister des ästhetischen Kalküls, der anspielungsreichen, gleichzeitig hermetischen Kunst das Wesen des schöpferischen Tuns, das Zentrum der künstlerischen Bemühung “mediumistisch” nennt, dann wohl schon eher rhetorisch, denn mit seiner eigenen Kunst reflektierte er radikaler die Auseinandersetzung mit dem Rezipienten als jeder andere Künstler vor ihm. Trotzdem liegt in solcherart Überlegungen eigentlich doch der wahre Kern der Frage, und auch unserer Frage hier, inwieweit Bilder beginnen können, “Leben selbst zu sein”. Und tatsächlich, und noch einmal besonders auf Duchamp bezogen und dann im Nachfolgenden eben auch auf die meisten der heutigen Künstler – bleibt ja, ohne die weitere schöpferische Leistung eines Betrachters – also ohne unser eigenes Hinzutun, durch unsere Phantasien und Geschichten aus der Erinnerung – jedes Ready-made kaum mehr als nur ein banaler Gegenstand.Wir, die Betrachter,haben, angeregt durch den Künstler, mit einem Schlag eine ganze Reihe an Märchen, Sagen und Sprichwörter und sonstiger Volksweisen wie auch Assoziationen aus jedem Bereich unseres Alltagslebens im Hinterkopf. Wahrscheinlich kann auch dieses Bild der winzigen Seejungfrau in den meisten Betrachtern die jeweils eigenen Märchenfiguren hervorrufen – zum Beispiel die kleine Meerjungfrau von Hans-Christian Andersen, wie sie da so anmutig auf ihrem Felsen sitzt, oder auch die Lorelei, jenes verbildlichte und so unausweichliche Verderbnis der Rhein-Schiffer seit Alters her, aber unter Umständen auch des Fischers Frau (bezogen auf der Gebrüder Grimms bekanntes Märchen “Vom Fischer und siner Fru”) die so klug,war, daß sie das Rätsel lösen konnte, und – da sie weder bekleidet noch nackt sein, weder fahren noch gehen durfte, und so weiter und so fort – sich letztendlich nur in ein Netz eingewickelt, aber siegreich doch zu ihrem Mann zurückziehen ließ … . Nun, die Fülle der Möglichkeiten der Assoziationen mit Bekanntem, mit Gefühlen und mit  Anspielungen, welche ein solches von Künstlerhand geschaffenes Bild bei jedem Einzelnen auszulösen in der Lage ist, sind jedenfalls grenzenlos.
Dabei ist es doch, wenn wir dann wieder aus unseren Träumen aufwachen, ziemlich klar und deutlich ersichtlich, was uns Konsuke Koike hier präsentiert: Auch das Werk “Lunch Lady” ist im Grunde nichts anderes als eine Kollage aus zwei Photographien, die ganz einfach auf unerwartetete Art und Weise zusammengesetzt wurden und dadurch dieses ungewöhnliche Bild ergeben, welches dann bei uns Betrachtern diese neue kleine Wunderwelt hervorzurufen in der Lage ist.Und um kleine Wunderwelten handelt es sich hier schon – um Phantasien und Träume, ganz einfach eben dem Wunsch entsprungen, die Dinge einmal umgekehrt zu sehen, das Spiel von hinten her aufzurollen, sich die Menschen “rückwärts gehend” vorzustellen, den Abend zum  Morgen zu machen, kurz, um ein sogenanntes “upside down thinking”, jenes Rückwärtsdenken, wie es Kensuke Koike in seinem eigenen kleinen und sehr poetisch angelegten Text-Statement selber ausdrückt. Dieses Kindheits-Spiel  “what if?”, was wäre wenn? – haben ihn ganz offensichtlich zu den meisten seiner künstlerischen Arbeiten veranlassen können.
Die kleinen Dinge des Alltags mit anderen Augen sehen, mit der schnellen lebendigen Phantasie des Spaßes am Spiel versehend, mit den Gedanken und den Vorstellungen, dem Wissen um die Dinge, die man sich erzählt, um die Figuren, von denen man gehört hat, deren Geschichten erzählt und immer weiter überliefert wurden, – darum scheint es hier zu gehen.Geschichten aus alter Zeit, bei denen sich auch manchmal der ursprüngliche Sinn schon längst  geändert haben mag – aber auch die Originalversion ist ja im Grunde bereits nur eine Variante, eine Erfindung gewesen – und doch bleibt das Wissen um die Protagonisten jener Sagen, Märchen und Mythen, Figuren, die noch immer Angst machen können oder trösten, schmunzeln lassen und überraschen, kurz, die uns aus dem Alltag hinausführen und die unsere inneren visuellen Phantasie-Welten ganz einfach nur ein wenig reicher gestalten können. Und es liegt nun weitestgehend auch an uns selber, diese kleinen Wunderwelten zu entdecken, sie in unserer unmittelbaren Umgebung sehen zu können,”vor unseren Füßen” und “über unseren Köpfen”, ohne allzu großen Aufwand, allein mit ein wenig wacherer Aufmerksamkeit ausgestattet und vielleicht der Lust, ebenfalls an diesem “Spiel” teilzunehmen.
Das ist es, was uns der Künstler hier vorführt, weil es für ihn selber ein Ausgangspunkt ist.Ein Ausgangspunkt, aber auch eine Möglichkeit, sich mit den verschiedenen Sichtweisen des Lebens zu beschäftigen, eine Weile lang seine Gedanken um die jeweils individuelle Geschichte seiner Kunstwerke kreisen zu lassen, sie zu ersinnen, sie konkret in die Tat umzusetzen und dabei verschiedene technische Lösungen zur Verwirklichung und Vervollständigung des “inneren Bildes” auszuprobieren,
Da ist als ein weiteres Beispiel der “Hammerdog”, ein gezeichnetes Hündchen, welcher anstelle eines Kopfes einen Hammer trägt. Da befindet sich nun beides vereint vor unseren Augen. Und beides kennen wir gut, jedes oder jeder Teil dieser weiteren verblüffenden Kollage ist Bedeutungsträger für Dinge oder Wesen, die bereits zu unserem Alltag gehören. Gemeinsam produzieren sie aber etwas vollkommen Neues, und auch und immer wieder diese merkwürdige Mischung an Gefühlen,- vom Erstaunen zum sich Wundern oder zur Belustigung, mitunter aber auch schon mal Mitleid streifend oder gar Grauen. Da steckt oft Ironie darin und Lust am Spiel, aber auch noch so vieles andere mehr.
Ein weiteres Werk aus der Serie dieser kleinen Alltags-Wunder ist “Miss Manhattan”, das Baummädchen im Sommerkleid über den Dächern Downtown New Yorks, und da erschreckt uns der Erhängte mit den drei Köpfen, dessen Titel sich so klar auf ein im Grunde ganz banales Sprichwort bezieht. “Three heads are better than one” heißt die Arbeit, und diese Redensart beinhaltet in den meisten Sprachen, wenn auch leicht abgewandelt, doch meist einen ganz ähnlichen Sinn, nämlich den der Unausweichlichkeit des Schicksals, oder auch den der erzwungenen Solidarität oder was nicht noch alles.Und überhaupt die Titel der Werke: Sie sind bei Koike stets Resultate eines mehr als intensiven Nachdenkens, einer teilweise recht langandauernden Auseinandersetzung mit seinem Thema, auch wenn dieses dem Betrachter dann später gar nicht unbedingt so erscheinen mag. Der Künstler selber empfindet jedenfalls diese relativ lange Phase, sich mit sämtlichen Schattierungen, welche aus seinem Werk hervorgehen können zu beschäftigen, und dem doch meistens ein mehrfaches “Um die Ecke denken” vorausgehen kann, als eine Möglichkeit – so nennt er es -, “eine ganze Weile lang bei einem Werk zu verweilen” und es somit zu einem nicht unbeträchtlichen “Teil seiner Gedankenwelt” zu machen.
Da ist der Hund mit den zwei Köpfen, da sind die verschiedenen Frauenbilder mit den viel zu langen, hin und wieder schon recht bizarr wirkenden Oberkörpern, “Lover after Mother” oder“Virgin after all” zum Beispiel. Verblüffendes, auch in den Videos des Künstlers, und doch auch in ihrer Technik so einfach, so durchschaubar: Da ist der mehrfache Anlauf, um eine viel zu hohe Mauer zu überspringen, die vielen vergeblichen Versuche, und dann – was passiert dann doch am Schluß? Der Protagonist schafft es nicht etwa auf “normalem” Wege, zum Beispiel durch eine natürlich gesteigerte Anstrengung und Leistung, nein, am Ende segelt er noch einmal wie auf “wundersame” Art und Weise ganz einfach hoch oben über das so unüberwindbar scheinende Hindernis, er fliegt ganz einfach, so als sei dies für einen Menschen die natürlichste Sache der Welt.
Einfache Techniken, Photographie und Video vor allem haben Kensuke Koike bis dato bei der Erschaffung seiner kleinen “Wunderwelten” unterstützt.
Für diese Ausstellung nun wird erstmalig eine etwas aufwendigere Installation inszeniert, und mit einer im Vergleich zu vorherigen Werken durchaus schon etwas komplizierteren Technik in die Tat umgesetzt.Protagonisten sind noch einmal zwei “Langhälse”, allem Anschein nach Figuren aus der japanischen Mythologie, welche – so wurde es mir erzählt – besonders in der Nacht ihre Hälse zu voller Länge ausfahren lassen können und dann aktiv werden. Nun, in unserem Falle hier werden sie zu nächtlichen Ausstellungsbesuchern,und sie unterhalten sich vor einem Werk an der Wand über dessen tieferen Sinn  und Bedeutung.Dies ist jedenfalls unser Eindruck vom Geschehen.
Aber ein wenig soll es schon auch noch ein Geheimnis bleiben, was genau die beiden sich dort im Dunkeln wohl gegenseitig zuraunen mögen.

Agnes Kohlmeyer

>>>English>>>

Kensuke Koike – The world we live in is full of wonders

Over the last few days, I’ve had an image in my head that won’t go away. It’s the image of a little greenish fish, carefully held head-down between human fingers, the extension of which, or what we would presume to be the front half, being made up of what we perceive to be the naked and graceful back of a female torso, the thin arms of which reach out above the head, thus seems to brush delicately against the wisps of long hair as if floating gently under water. The background to this fish-woman is a light, almost transparent shade, as if she had just dived into a container full of liquid, and the overall effect seems suited to such a situation: both aquamarine shades of the backgrounds to the image, beautifully in tone with each other, are slightly different. The upper one is a more intense hue, and comes across simply as a background; the lower, a slightly lighter, with an almost milky texture, which in the logic of the image – split in two by a thin white horizontal line – makes it look like water: a fish tank perhaps, to which the fish may return. Or if one wishes to see it the other way up, from which it might just have been ‘fished’.
Let there be no mistake: this is an image created by an artist, yet one to which our own imagination first and foremost can and wants to make its rightful contribution. It is a fascinating image – strange, surprising, amusing, charming almost to the point of being unsettling, as we are dealing here in a certain sense with a small wonder “out of the ordinary”, or with a dream, perhaps even with a dream that might be given an erotic interpretation of the little mermaid in our hands, i.e. in our power. It is as if we ourselves could almost experience this strange sensation in our own hands, holding between our fingers this little, fragile and living thing, probably also rather slippery and presumably a bit wet, and not wanting to let it get away. We also have to be extremely careful in order not to squeeze it too tight, for this little being before our incredulous gaze appears both delicate and extremely agile.
At this point I would like to briefly cite the words of Marcel Duchamp, as wise as they usually are. It is a citation from his session on “The Creative Act”, 1957: “To all appearances, the artist acts like a mediumistic being who, from the labyrinth beyond time and space, seeks his way out to a clearing. (…) I know that this statement will not meet with the approval of many artists who refuse this mediumistic role and insist on the validity of their awareness in the creative act (…).”
Thus Duchamp focuses his inquiry on this point, what is borne of the contact with the spectator, from a work of art conceived even in its primary state as a “medium”. Well, if someone like Duchamp, the master of reflections on aesthetics, on art full of allusions and yet at the same time totally hermetic, defines the essence of the creative process as “mediumistic”, the fulcrum of the artistic effort, then he must have been doing so in a fairly rhetorical manner, as even with his own art, he was reflecting the contrast with the receiver of that art in a more radical way than any other artist before him.
Nevertheless, the real heart of the matter and thus of our question lies in this reflection: up to what point may an image “be life itself”? And in actual fact, once more with special reference to Duchamp not to mention the majority of contemporary artists, every ready-made, without any further artistic effort on behalf of the spectator – and thus without our contribution, through our fantasies and recollections – is nothing more than a mere object.
Through the artist, we, the spectators, suddenly bring to light a whole series of fables, legends and expressions not to mention other popular customs and associations with every area of our day-to-day lives.
For most observers, this image of the tiny mermaid will probably remind them of a character from their own storybooks, like Hans Christian Andersen’s Little Mermaid, poised so gracefully on her rock, or perhaps Lorelei, that emblematic and so ineluctable fate awaiting the sailors of the Rhine of days gone by, and perhaps even the fisherman’s wife (as found in the well-known Brothers Grimm story, “The Peasant’s Wise Daughter”), who was so wise as to manage to solve the enigma and – being neither clad nor naked, neither being driven nor walking and so on – at last wrapped only in a fishing net, let herself be triumphantly dragged up before her future husband…
Thus such an image created by an artist is able to arouse an infinity of possible associations with knowledge, sensations and allusions in each and every one of us, and therefore limitlessly. At any rate, once we wake up from our dreams, it is fairly clear and self-evident what Kensuke Koike is presenting us with: also his “Lunch Lady” work is not really anything but the collage of two photographs which have been put together in an unexpected manner, thus rendering an unusual image, one which manages to arouse in us, the spectators, this new, little world of wonders.
So once again the issue here is one of little worlds of wonders – of fantasies and dreams, ones that arise simply from the desire to see things upside-down for once, to start the game from the end, to imagine men “walking backwards”, to make the evening the morning, in other words, the desire for so-called “upside-down thinking”, as Kensuke Koike says himself in his own little statement put together with great poetry. This childhood game, “What if?”, seems to underpin the majority of his artistic works.
Here the approach seems to be that of looking onto little everyday objects through other eyes, endowing them with the lively sense of the fantasy typical of amusement and play through our thought processes and imagination, re-evaluating the knowledge of the things that we tell each other, of figures that we have heard of, the tales of which are passed down through the generations. Stories from times gone by, in which perhaps the original sense has long since been worn away by the passing years (but then even the original version is nothing but a variation on a theme, an invention). And so we are left with a knowledge of the protagonists of those legends, fables and myths, characters still able to frighten or comfort us, make us giggle gleefully or gasp in surprise; in other words, they can lead us out of our everyday world, or more simply enhance our inner visual worlds with a touch of fantasy.
If we dig a little deeper, it is basically up to us to discover these little worlds of wonders, and are able to see them up close, “under our feet” and “over our heads”, without any great effort: a bit of closer attention and perhaps the desire to take part ourselves in this ‘game’. This is what the artist is showing us here, because this is what provides a starting point for him as well: a starting point, but also the chance to investigate different points of view on life, to let his thoughts for a moment swirl around the implications of the various individual stories of his works of art, to let them consolidate and be transformed into a creative act, leaving him to try out a number of different solutions in the attempt to express that ‘interior image’. Another example might be that of “Hammerdog”, a drawing of a little dog with a hammer in the place of its head. And this is how we find both things brought together before our eyes.
And we are more than familiar with both of them, both parts of this surprising collage, which both bear a sense of meaning for the things or beings that are part and parcel of our everyday world. Despite that, together they constitute something entirely new, once more provoking that curious mixture of reactions: from amazement to wonder to amusement, yet at times even touching on a sense of compassion or unadulterated horror. And so there is often a vein of irony and a sense of play, but there is also a lot more besides.
Another work from this series of little everyday wonders is “Miss Manhattan”, the tree-girl with a summer dress standing on the rooftops of downtown New York; we are then horrified by the hanged individual with three heads, the title of which refers explicitly to an entirely banal type of expression: “Three heads are better than one”, recites the title, and this turn of phrase – to be found in most languages, albeit in slightly different versions – basically has the same sense, i.e. that of the inevitability of fate, or that of obliged solidarity, or who knows what else.
And in general the titles of Koike’s works are always the outcome of a more than intensive thought process, of a long meditation on the theme in question, even though this might not necessarily come across as such to the spectator. In any case, this relatively long phase, in which Koike can perfect all the details associated with his work, and which may be preceded by a repeated “non-linear thought process”, the artist experiences it as the opportunity – as he himself calls it – “to hover for a whole moment above a work” and by doing so, to make this an “integral part of his world of thoughts”.
There’s the dog with two heads, and then there are the various images of women with elongated bodies, at times producing a somewhat bizarre effect, for example “Lover (after Mother)” or “Mother (after all Virgin)”. There are surprising things, also in the artist’s  videos and techniques: things that are so simple, so intuitive: there is the continuous run-up to jump over a wall which is too high, the countless failed attempts, and then – what happens at the end? The protagonist doesn’t manage to do so in the ‘normal’ way, i.e. through a greater effort or a faster run-up. In the end he simply glides miraculously over the apparently insurmountable obstacle; he flies as if this were the most natural thing in the world for a man to do.
Simple media, photography and video first and foremost, have so far  been Kensuke Koike’s tools  in the creation of his little worlds of wonder. This exhibition features for the first time a rather more complex installation, and compared with any of the previous works, the technique adopted is undoubtedly far more complicated.
The protagonists are once more two “long necks”, seemingly Japanese mythological figures, who – as I have been told – by night can make their necks longer and longer and come to life. Well, in our case, they become the nocturnal visitors of an exhibition and stand before a work hanging on the wall, pondering its most intimate sense and meaning.
This, at least, is the impression we are given.
Nevertheless, what the two figures are whispering to each other in the shadows really ought to remain a secret for a little while yet.

Agnes Kohlmeyer

>>>Italian>>>

Kensuke Koike – Le piccole meraviglie di questo mondo

Un’immagine non vuole levarsi dalla mia testa già da alcuni giorni.
E’ l’immagine di un pesciolino verdognolo, tenuto premurosamente verso il basso da dita umane, la cui estensione o la conseguente parte anteriore è costituita da quelle che noi percepiamo come la schiena aggraziata e nuda di un busto femminile, mentre le braccia sottili che si allungano sopra la testa, sembrano per così dire sfiorarsi con delicatezza i lunghi capelli  come se fossero in un dolce movimento sotto acqua. Questa Donna-pesce ha sullo sfondo chiaro un effetto quasi trasparente e sembra appena tuffatasi in un recipiente ripieno di liquido, ad ogni modo l’insieme è eloquente per una tale situazione: entrambi i toni acquamarina degli sfondi dell’immagine, meravigliosamente intonati l’uno con l’altro, si differenziano leggermente, quello superiore, in una tonalità più intensa, appare molto semplicemente come uno sfondo, l’inferiore, che ha un effetto di tono un po’ più chiaro e latteo, sembra anche secondo la logica – c’è una linea di divisione sottile, bianca ed orizzontale tra entrambe le due mezze immagini – una fonte d’acqua, presumibilmente un acquario, nel quale il pesciolino può ritornare, oppure se si desidera valutare la scena dalla parte opposta, dal quale eventualmente esso è stato appena “pescato”.
Sia chiaro, si tratta di un’immagine creata da un artista, al cui compimento però contribuisce, può e desidera contribuire in primis e in debita parte la nostra fantasia.
E’ un’immagine affascinante – strana, sorprendente, spiritosa, incantevole fino quasi all’inquietudine, e noi abbiamo qui a che fare in un certo senso con una piccola meraviglia “fuori dal quotidiano”, oppure anche con un sogno, forse perfino con il sogno di interpretazione anche erotica della piccola sirena nelle nostre mani, vale a dire in nostro potere. E a noi stessi sembra di provare questa strana sensazione tra le mani, il mantenere tra le dita una cosina così piccola, fragile e viva, probabilmente anche un po’ viscida e presumibilmente umida e non volercela lasciare sfuggire. Noi dobbiamo essere persino estremamente cauti, per non schiacciarla, tanto questo essere nell’immagine appare delicato e anche agile ai nostri occhi sbalorditi.
Desidero a questo punto citare brevemente le parole di Marcel Duchamp, sagge come il più delle volte. Provengono dalla relazione “L’atto creativo” del 1957: “Stando all’apparenza l’artista agisce come un essere che funge da medium, che cerca dal labirinto oltre lo spazio e il tempo la sua via verso una radura. (…) Io so, che questo parere non riceve il consenso di alcuni artisti, che respingono questo ruolo di medium e perseverano sulla validità della loro piena consapevolezza nell’atto creativo (…).”
Pertanto Duchamp focalizza qui la domanda, che cosa nasce attraverso il contatto con lo spettatore, da un’opera d’arte allo stato grezzo concepita senz’altro anche come “medium”. Allora, se qualcuno come Duchamp, il Maestro della riflessione estetica, dell’arte ricca di allusioni e contemporaneamente ermetica, definisce “come medium” l’essenza del fare creativo, il centro dello sforzo artistico, quindi lo farà in maniera piuttosto retorica, poiché egli rifletteva con la propria arte la contrapposizione con il destinatario in modo più radicale rispetto ad ogni altro artista prima di lui.
Tuttavia, in pratica sta certamente in una simile riflessione il vero nocciolo della questione, e anche la nostra domanda: fino a che punto possano iniziare le immagini “a essere vita di per se”? Ed effettivamente, e ancora una volta riferito in particolare a Duchamp e in seguito anche alla maggioranza degli artisti contemporanei – rimane ogni ready-made, senza l’ulteriore performance artistica dello spettatore – e quindi senza il nostro contributo, attraverso le nostre fantasie e storie dalla memoria – poco più che solo un banale soggetto.
Noi, gli spettatori, abbiamo suscitato tutto di un colpo attraverso l’artista, un’intera serie di fiabe, leggende e modi di dire e altre usanze popolari come anche associazioni con ogni ambito della nostra vita di tutti i giorni.
Probabilmente anche questa immagine della minuscola sirena può richiamare nella maggior parte degli osservatori i propri personaggi delle fiabe – per esempio la piccola sirena di Hans Christian Andersen, come lei sedesse così aggraziata sul suo scoglio, oppure anche la Lorelei, quella emblematica e così ineluttabile condanna dei navigatori del Reno da tempi immemorabili, ma eventualmente anche nella moglie del pescatore (riferito alla nota favola dei Fratelli Grimm “Del pescatore e sua moglie”), che era così saggia da poter risolvere l’enigma e – non essendo ne vestita ne nuda, non potendo ne navigare ne camminare e così di seguito – infine avvolta soltanto in una rete, si lasciò trionfalmente tirare indietro fino a suo marito…
Dunque una tale immagine creata dalla mano di un artista è capace di destare un’infinità di possibili associazioni con conoscenze, con sensazioni e con allusioni presso ogni individuo, è quindi senza confini.
Comunque è abbastanza chiaro e effettivamente evidente, se noi ci risvegliamo dai nostri sogni, quello che ci presenta Kensuke Koike: anche l’opera “Lunch Lady” non è fondamentalmente altro che il collage di due fotografie, che sono state composte in maniera inaspettata, e rese per mezzo di queste un’immagine inusuale, la quale è stata poi capace di suscitare in noi spettatori questa nuovo, piccolo mondo delle meraviglie.
E qui si tratta di nuovo di piccoli mondi delle meraviglie – di fantasia e sogni, semplicemente sorti dal desiderio di vedere per una volta le cose capovolte, di cominciare il gioco dalla fine, di immaginarsi gli uomini “camminare all’indietro”, di fare della sera il mattino, ossia, di un cosiddetto “upside-down thinking”, quel pensare a ritroso, come lo esprime Kensuke Koike stesso nel suo proprio piccolo testo-statement concepito molto poeticamente. Questo gioco infantile “What if?”, cosa sarebbe se?, lo ha potuto spingere alla maggior parte dei suoi lavori artistici.
Vedere le piccole cose del quotidiano con altri occhi, dotandoli della veloce e viva fantasia del divertimento nel gioco, con i pensieri e l’immaginazione, la conoscenza delle cose che ci si raccontano, delle figure delle quali si è sentito dire, le cui storie venivano tramandate e raccontate, di questo sembra trattarsi qui.
Storie dal tempo passato, nelle quali magari il senso originale è stato cambiato già da anni – ma anche la versione originale è fondamentalmente già stata solo una variante, un’invenzione – e così rimane la conoscenza dei protagonisti di quelle leggende, favole e miti, personaggi, che possono ancora fare sempre paura o confortare, lasciare ridere sotto i baffi e sorprendere, cioè, che ci possono fare evadere dal quotidiano e che possono semplicemente arricchire un po’ i nostri mondi visivi interni di fantasia.
Dipende allora anche da noi stessi, lo scoprire di questi piccoli mondi delle meraviglie, il poterli vedere nelle nostre dirette vicinanze, “sotto ai nostri piedi” e “sopra le nostre teste”, senza troppo dispendio, solo dotati di un po’ di attenzione più brillante e magari la voglia, di partecipare anche noi a questo “gioco”.
Questo è quanto l’artista ci dimostra qui, perché questo è per lui stesso un punto di partenza.
Un punto di partenza, ma anche una possibilità di occuparsi di diversi punti di vista della vita, lasciare turbinare i suoi pensieri per un attimo sulle rispettive storie individuali delle sue opere d’arte, idearle, permutarle concretamente in atto e provando diverse soluzioni tecniche per la realizzazione del completamento “dell’immagine interna”.
Poi vi è come altro esempio “Hammerdog”, un cagnolino disegnato, il quale porta al posto della testa un martello. Ecco che troviamo entrambe le cose unite davanti ai nostri occhi.
E noi conosciamo bene entrambi, ciascuna parte di questo ulteriore collage sorprendente è portatrice di significato per le cose o gli esseri che appartengono direttamente al nostro quotidiano. Ciononostante, esse producono insieme qualcosa di completamente nuovo, e anche e sempre nuovamente questa curiosa mescolanza di sentimenti: dallo sbalordimento alla meraviglia o al divertimento, talvolta però anche sfiorando la compassione o l’orrore puro.
Dunque c’è spesso ironia e voglia di giocare, ma anche molto altro ancora.
Un’altra opera dalla serie di queste piccole meraviglie del quotidiano è “Miss Manhattan”, la ragazza albero in abito estivo sopra i tetti Downtown di New York, poi ci fa orrore l’impiccato con le tre teste, di cui il titolo si riferisce così chiaramente ad un modo di dire fondamentalmente del tutto banale. “Three heads are better than one” dice l’opera, e questo detto – presente nella maggior parte delle lingue anche se leggermente modificato – ha principalmente lo stesso senso, cioè quello dell’inevitabilità del destino o anche della solidarietà imposta oppure chissà quant’altro.
E in generale i titoli delle opere: sono per Koike sempre risultati del pensiero più che intensivo, del confronto con il suo tema a volte piuttosto lungo, anche se questo in seguito magari non per forza appare così allo spettatore. Ad ogni modo questa fase relativamente lunga, nella quale Koike può curare tutte le sfumature che possono nascere dalla sua opera, e alle quali può precedere un ripetuto “pensiero non lineare”, l’artista la sente come una possibilità – così la chiama lui – “l’indugiare per un momento intero su un’opera” e far diventare questa di conseguenza una non trascurabile “parte del suo mondo di pensieri”.
C’è il cane con le due teste, quindi ci sono le differenti immagini di donna con i busti troppo allungati, di tanto in tanto dall’effetto davvero piuttosto bizzarro, per esempio “Lover (after Mother)” o “Mother (after all Virgin)”.
Cose sorprendenti, anche nei video dell’artista e comunque nelle loro tecniche, così semplici, così intuibili: c’è la continua rincorsa per scavalcare un muro troppo alto, i tanti tentativi inutili, e poi – che cosa succede alla fine?
Il protagonista non ci riesce in modo “normale”, per esempio attraverso uno sforzo e una prestazione maggiore, no, alla fine egli semplicemente plana ancora una volta come “miracolato” su in alto sopra il così apparentemente insormontabile ostacolo; egli vola come se questa fosse per un uomo la cosa più naturale del mondo.
Tecniche semplici, fotografie e video in primis hanno sostenuto Kensuke Koike finora nella creazione dei suoi piccoli mondi delle meraviglie. Per questa esposizione viene per la prima volta inscenata un’installazione un po’ più dispendiosa, e in confronto con una delle opere precedenti viene messa in atto una tecnica senz’altro più complicata.
I protagonisti sono ancora una volta due “colli lunghi”, apparentemente figure dalla mitologia giapponese, le quali – così mi è stato raccontato – possono in particolare durante la notte estendere i loro colli alla massima lunghezza e divenire attive.
Beh, nel nostro caso loro diventano visitatori notturni in un esposizione e si intrattengono davanti ad un’opera alla parete circa il suo senso e significato più profondo.
Questa, almeno, è la nostra impressione.
Tuttavia, quello che le due figure si sussurrano lì nell’ombra, è meglio che rimanga ancora per un po’ un segreto.

Agnes Kohlmeyer

from catalogue “OPERA 2008”